Wem ich die Blumen meines Sanges streue,
Forscht Ihr von mir, und seht mich fragend an?
Der ich mein Herz und meine Seele weihe,
Ihr sind auch diese Blüthen unterthan.
O, daß die Himmlische sich ihrer freue,
Wohl schönern Lohn kein Sänger je gewann!
O, möge ihr mein tönend Spiel gefallen,
Der Einen nur, die herrlich unter Allen!

Zu ihrem Preise soll in späten Tagen
Mein Lied noch tönen aus der Enkel Mund;
Den holden Namen soll's zur Nachwelt tragen,
Ihr hohes Lob thu' es begeisternd kund;
Wie Sänger einst die Saiten angeschlagen,
In ew'gen Liedern feiernd solchen Bund,
Gleich wie Petrark, hoch über alle Sterne
Trüg' ich den Ruhm der Heißgeliebten gerne! -

O, möcht' der Lorbeer mich, wie ihn, umwinden!
Der heil'ge Zweig um meine Stirne blühn:
Dann würd' ich ihn um Ihre Schläfe winden,
Den dunkeln Kranz durch helle Locken ziehn.
Kein schön'res Haupt kann ich zu schmücken finden,
Dort soll er wehn in ewig jungem Grün. -
Doch wie? - macht mich ein Traum des Seyns vergessen?
Ich schenke das - was nimmer ich besessen!


About Joseph Christian Freiherr Von Zedlitz


Joseph Christian Freiherr von Zedlitz (Baron Joseph Christian von Zedlitz, born February 28, 1790, in Jánský Vrch Castle, Javorník (today in the Czech Republic), died March 16, 1862, in Vienna, Austria) was an Austrian dramatist and epic poet. His wife died 1836, and 1837 he was nominated by the foreign service to work for the Foreign Office. He was sent as representative of the Austrian imperial court to the principalities of Sachsen-Weimar-Eisenach, Nassau, Braunschweig, Oldenburg and Reuss. He was also a good friend of Joseph Freiherr von Eichendorff. **Joseph Christian Freiherr von Zedlitz's Works:** **Works** Todtenkränze, 1828 Gedichte, 1832, 1859... Read more...

Poet of the day

George Gascoigne was an English poet, soldier, artist, and unsuccessful courtier. He is considered the most important poet of the early Elizabethan era, following Sir Thomas Wyatt and Henry Howard, Earl of Surrey and leading to the emergence of Philip Sidney. He was the first poet to deify Queen Elizabeth...
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Poem of the day


Ta robe lente, pas à pas, soulève et traîne
Un bruit de feuilles d’or et de roses fanées,
Et dans le crépuscule où finit la journée
L’automne est las d’avoir entendu les fontaines.

Si tu passes le long des eaux vastes et vaines,
La statue, anxieuse...
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